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Geschrieben von: Administrator   
Mittwoch, den 08. Januar 2003 um 00:00 Uhr

Die Muskulatur wird von ihren Ansätzen an der Wirbelsäule gelöst und mit einer Sperrvorrichtung zur Seite gespreizt, da die Kraft der Rückenmuskeln auch in der Narkose recht groß ist. Der Wirbelmarkkanal wird eröffnet (Gelenkeröffnung), indem das Ligamentum flavum (gelbes Band) zwischen 2 Wirbelbögen entfernt wird (interlaminäre Fensterung).

Das Herausschneiden des gelben Bandes nennt man Flavektomie. Oft reicht diese Fensterung aus, um den weiteren Operations­vorgang durchzuführen. Zuweilen muss das Fenster zur besseren Übersicht noch mit einer Knochenstanze am Wirbelbogen erweitert werden sog. erweiterte Flavektomie.
Op. entfernter, degenerierter hinterer
Anteil des Anulus firbrosus



Intakt gelassener, weniger degenerierter
vorderer- und seitlicher Anteil des
Anulus fiborsus



Dann kommt es zur eigentlichen Bandscheibenoperation, die Entfernung/Entlastung des dargestellten, raumfordernden Prolaps aus dem Spinalkanal. In der Regel wird nicht die ganze Bandscheibe entfernt, sondern nur der erreichbare vorgefallene Teil (Sequester) und lockere Anteile aus dem Bandscheibenfach. Intaktes Bandscheibengewebe bleibt übrig. Dies bedeutet aber, dass ein operierter Bandscheibenvorfall einen wiederholten Vorfall sog. Rezidiv verursachen kann. Die Wahrscheinlichkeit eines Rezidives ist gering und liegt zwischen 5% und 6%.

 

Auch wenn ganz vorsichtig operiert wird, kann durch die Präparation der Nervenwurzel und das Herausziehen des Prolaps unter ihr die Nervenwurzel selbst irritiert werden, so dass (vorübergehend Störungen) wie verstärkte Schmerzen und Ausfallerscheinungen auftreten können. Die Bandscheibe wird durch keinen Ersatz aufgefüllt. Dies bedeutet, dass das Bandscheibenfach niedriger wird.



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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 20. Februar 2010 um 08:25 Uhr